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14. September:

 "Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen VertreterInnen von Sondereinrichtungen
und BefürworterInnen von Integration“

 

Gäste: Gaby Markovic, Susanne Alteneder, Irene Gebhardt, Volker Schönwiese (tel.)
Moderation: Walter Lindner

Das Team:  Am Ende der DGG

Willkommen zur heutigen live Diskussion von DGG

Sie hören eine Diskussion aus der Reihe Diskussion gehört gelesen. Diskussion gehört gelesen ist eine Zusammenarbeit von Freak Radio, dem ORF Radio 1476 und der Equal Entwicklungspartnerschaft QSI quality supported skills for integration.

Eine Kooperation von Freak-Radio, QSI, SLI und dem ORF.

DER LIVETALK IM INTERNET ZUM NACHLESEN!

Walter Lindner (Moderation): 

Willkommen bei der heutigen Diskussion gehört gelesen. Freak-Radio mit Untertiteln
Diesmal zum Thema:
Selbstbestimmung versus Fremdbestimmung

Das Ziel der Gleichstellung und Selbstbestimmung erfordert eine
Überarbeitung des vorhandenen Schulsystems und der Sondereinrichtungen.
Wie ist der Umstieg von der Sonderpädagogik (mit starrem System) zur
Integrationspädagogik möglich?


Freak-Radio mit Untertiteln: jeden 2. Dienstag im Monat von 20:00-21:00 Uhr!
Walter Lindner (Moderation):

Einen wunderschönen guten Abend. Aus dem Studio in der
Argentinierstraße begrüßt Sie Walter Lindner recht herzlich. Nach der Sommerpause ist es also nun wieder soweit. Im Rahmen von Freak Radio hören Sie eine Sendung zum Thema ‑Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Sondereinrichtungen und Befürwortern der Integration". Fremdbestimmung versus Selbstbestimmung. Sie können diese Sendung nicht nur im Radio hören, wie Sie bereits im Trailer gehört haben können Sie das auch mitlesen, im Internet und Sie können uns auch e-Mails schicken, wenn Sie Stellungnahmen abgeben wollen, schicken Sie uns bitte ein Mail unter info@qsi.at . Im Studio sitzen wir vis a vis und neben mir 4 Damen und wir haben auch noch eine Leitung
nach Innsbruck geschalten, ich möchte jetzt beginnen, dass sich die Damen der Reihe nach Vorstellen, beginnen wir mit Frau Gaby Markovic. Guten Abend.

Gaby Markovic:

Guten Abend, mein Name ist Gaby Markovic, ich komme aus Niederösterreich, ich habe 2 Buben im Alter von 18 und 16 Jahre mit einer mentalen Behinderung, meine Kinder haben -  zumindest der ältere - eine Schullaufbahn in einer Sondereinrichtung absolviert und ist jetzt bereits in einem
Tagesheim und mein jüngerer Sohn hat angefangen von einem Kindergarten bis jetzt zur ersten Hauptschule
Integration quasi genossen und ist jetzt noch in einer Sondereinrichtung untergebracht.

Walter Lindner (Moderation): Unser nächster Gast ist Frau Professor Susanne Alteneder, guten Abend.

Susanne Alteneder:

Guten Abend, mein Name ist Susi Alteneder, ich bin Leiterin des
Bundesblindenerziehungsinstituts Wien. Ich darf mich ganz herzlich für die Einladung zu dieser Sendung bedanken. ‑Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Sondereinrichtungen und Befürwortern der Integration". Ich danke, dass ich als Vertreterin einer Sondereinrichtung eingeladen
wurde, und möchte betonen, dass ich hier stellvertretend für Menschen mit Blindheit und Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung stehe. Als Schulleiterin kann ich sagen, dass wir seit Jahren mit der Integration sehr eng zusammenarbeite und vielleicht kann ich diese Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Sehbehindertenpädagogik in der Diskussion einbringen.

Walter Lindner (Moderation):

Danke schön, weiters hier im Studio zu Gast ist hier Frau Irene Gebhart, guten Abend.

Irene Gebhart:

Einen wunderschönen guten Abend, mein Name ist Irene Gebhart, ich bin vom Herkunftsberuf her
Lehrerin, Volksschullehrerin, hab in Sonderschulen und dann in der Integration gearbeitet. Ich hatte das Glück eine Integrationsklasse von der ersten Volksschulklasse bis zur vierten Hauptschule zu begleiten und leite jetzt seit fast 4 Jahren
die Familienberatungsstelle von Integration Österreich.

Walter Lindner (Moderation): Und telefonisch zugeschalten ist uns jetzt Herr Universitätsprofessor Volker Schönwiese, guten Abend.

Volker Schönwiese:

Guten Abend, wenn ich mich vorstellen soll, wie gesagt ich arbeit am Institut für Erziehungswissenschaften und beschäftig mich seit meinem ganzen Berufsleben mit integrativer Pädagogik. Ich bin Rollstuhlfahrer, und Teil der „Selbstbestimmt Leben"-Bewegung und werde hier dementsprechend meinen Standpunkt vertreten. Hab dementsprechend persönliche und auch theoretisch und wissenschaftliche Erfahrung jeder Zahl. Das Thema das wir hier haben könnte man ja auch vermutlich 3 Stunden diskutieren. Aber vielleicht fang ich gleich an, weil ich der letzte bin. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Vertretern von Sondereinrichtungen und Befürwortern der Integration" ist die Fragestellung, ich
denk auf einer bestimmten Ebene der Personen die nicht so hoch in der Hierarchie sind lässt sich eigentlich gut diskutieren und auch sehr gut zusammenarbeiten, je politischer es wird und desto mehr es von Leitern und Leiterinnen der höheren Ebene ist, desto schwieriger wird's. Als Vertreter von Sondereinrichtungen vertret ich dann eher eine politische Orientierung, die eben ein System
aufrechterhalten will, aus welchen Gründen muss man noch reden und Befürworter von Integration gibt’s auf verschiedenen Ebenen. Ich denk auf den Spitzen werma uns nicht einigen, dort wo Personen konkret arbeiten, dort wird auch mehr
Zusammenarbeit möglich sein, was nicht heißt, dass man nicht auch auf dieser allgemeinen Spitzenebene sich  dringend auseinandersetzen muss. Tut man auch in letzter Zeit zu wenig, weil ein bestimmer Zustand sich eingeschliffen hat in Österreich. Mit sehr vielen Widersprüchen und riesen Problemen, auf die man auch
zurückkommen sollten. Darf ich vielleicht gleich eines nennen?

Walter Lindner (Moderation): Bitte.

Volker Schönwiese:

Z.B., wenn man sich die letzten 9-10 Schuljahre anschaut, sind die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 2,4 auf 4,2 Prozent gestiegen, was ja eine unglaubliche Geschichte ist, warum in 10 Jahren sich die Kinder, die man als behindert landläufig nennt fast ums Doppelte
gestiegen sind, also was ist das für ein Phänomen? Es kann ja nicht darum gehen, dass es jetzt plötzlich doppelt so viele behinderte Kinder gibt, also gibt's hier, wenn man das so sagen kann, Systemeffekte. Und die
Unterschiede zwischen Bundesländern sind enorm. Also auch da kann man nicht sagen, es kann irgendwie an den Kindern liegen, sondern es kann nur an politischen Entscheidungen, an politischem Willen und um praktischen Ausführungen auch gehen. Dann sind auch die Integrationsgrade von Formen von Behinderung unglaublich unterschiedlich. Weil die
Frau Direktor Alteneder da ist, ich hab von einer neuen Studie die Zahlen herausgesucht, dass z.B. sinnesbehinderte Kinder in Wien zu 56% integriert sind, in Niederösterreich zu 92%, in der Steiermark zu 89%, und da stehen jeweils andere Systeme dahinter. Also ich denke wir können auf der sehr konkreten praktischen Ebene der Zusammenarbeit reden oder auch dort wo es strukturelle Entscheidungen gibt.

Walter Lindner (Moderation): Frau Susanne Alteneder, Sie waren direkt angesprochen, möchten Sie vielleicht gleich antworten?

Susanne Alteneder:

Gern, entschuldigen Sie, die Prozentzahlen, die Herr Professor Schönwiese uns jetzt gesagt hat, die hab ich leider nicht gehabt, aber ich denke nicht, dass es eine politische Angelegenheit der Integration der sinnesbehinderten Kinder ist. Es ist sehr wohl das Wahlrecht der Eltern, und ich denke, dass es auch eine Entscheidung der Eltern ist, wir - und ich rede jetzt von der Blindenschule Wien - führen sehr viele Beratungsgespräche. Ich würde nie ein Kind aufnehmen, wo die Eltern kommen und dann sagen: Ich
habe gehört von der Blindenschule und ich melde das Kind jetzt hier an. Das gibt es nicht, denn die beratenden Gespräche werden öfters geführt, die Eltern werden darauf hingewiesen, dass sie sich bitte auch andere Einrichtungen anschauen sollen und wir helfen ja auch den integriert beschulten Schülern durch unsere Lehrmittelzentrale. Ich weiß nicht ob bekannt ist, dass eine Abteilung des Hauses unsere Lehrmittelzentrale ist. Und wenn ich einen Zahlenvergleich anbringen kann, so haben wir -Stand 10. September - 147 Kinder vom Kindergarten der von unserer Schule integrativ geführt wird bis zur Handelsschule. Es sind 11 verschiedene Lehr- und Förderpläne, nach denen wir unterrichten. Dem gegenüber stehen 230 sehbehinderte und 50 blinde Kinder - Österreich weit- die wir auch betreuen. Natürlich in den unterschiedlichsten Anforderungen betreuen , das heißt entweder Schulbuch bestellen, oder Geräteausrüstung, Tagung für Stütz und Regelschullehrer, bzw. Informationen, die die einzelnen Kollegen in
der Integration brauchen.

Walter Lindner (Moderation):

Um für unsere Hörerinnen und Hörer das Thema etwas schmackhafter zu machen, sollten wir vielleicht nach der nächsten Musikbrücke den Unterschied zwischen integrativer Beschulung und Sondereinrichtungen noch einmal ausarbeiten. Nun möchte ich aber um ein paar Takte Musik bitten.

MUSIK
Walter Lindner (Moderator):
Von mittelalterlichen Tänzen geht's nun wieder zurück zur Gegenwart. Sie hören Freak Radio auf Mittelwelle 1476 kHz bzw. im Internet unter http://1476.orf.at. Wir wollen zunächst und jetzt in der Folge also den Unterschied herausarbeiten zwischen integrativer Beschulung und Sondereinrichtungen. Wer möchte dazu Stellung beziehen? Frau Irene Gebhardt vielleicht?

Irene Gebhardt:
Gerne. Das Prinzip der Sonderschule ist das, dass es neun verschiede Sparten von diversen
Sonderschuleinrichtungen gibt. Das ist die Sparte allgemeine Sonderschule, Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder, Sonderschule für schwerhörige Kinder, Sonderschule für gehörlose Kinder, usw.

Walter Lindner (Moderator):
Könnten Sie sie vielleicht weiter noch aufzählen?

Irene Gebhardt:
Sonderschule für schwererziehbar Kinder, Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder , Sonderschule für sehbehinderte Kinder, Sonderschule für körperbehinderte Kinder. Ich weiß nicht, ich hab jetzt nicht mitgezählt...

Volker Schönwiese:
Es gibt auch noch die in Kliniken.

Irene Gebhardt:
Es gibt die Heilstättensonderschulen, für jede Sparte ein Sonderschulmöglichkeit. Und die Kuriosität  ergibt sich dann, wenn die Kinder unterschiedliche Behinderungen haben, so kann ein Kind zum Beispiel, das in einer allgemeinen Sonderschule beginnt, wenn es einen Rollstuhl braucht, unter Umständen muss es die Sonderschule verlassen und eine andere Sonderschule aufsuchen, wo auch für körperbehinderte
Kinder gesorgt werden kann. Es ist Kästchen auf, Kästchen zu. Das Wesen der Integration ist, dass jedes Kind dort in die Schule geht, wo es zuhause ist. Mit den Kindern aus der Umgebung und in der Schule die Unterstützung kriegt, die es braucht.

Walter Lindner (Moderator):
Funktioniert das auch immer?

Irene Gebhardt:
Es funktioniert leider nicht immer. Es kommt darauf an, welche Unterstützung die Kinder brauchen. Ist es komplizierter, dann erleben wir immer öfter, dass gemeint wird, Experten haben die Ansicht, dass es besser wäre für dieses Kind, eine entsprechende Sonderschule zu besuchen. Eltern wird sehr oft das eigene Expertentum abgesprochen. Da gäbe es offizielle Experten, die da wesentlich besser Bescheid
wüssten und es ist dann für Eltern oft eine sehr schwierige Situation, hier zu argumentieren und ihren Wunsch nach Integration den entsprechenden Nachdruck zu verleihen.

Walter Lindner (Moderator):
Frau Gaby Markovic, Sie haben da sicherlich auch Erfahrungen diesbezüglich, oder?

Gaby Markovic:
Ich möchte ganz kurz als Mutter jetzt aus meinen Erfahrungen erzählen.
Mein älterer Sohn ist nach einem integrativen Kindergarten in eine Sonderschule gekommen, das heißt, damals, als er eingetreten ist in die Schule, das war im September 1993, war das Gesetz im Frühjahr vorher noch nicht fix. Ob es werden wird und &, so wurde mir immer gesagt, es ist noch nicht sicher, ob es überhaupt ein Gesetz gibt, es wird keinen Schulversuch geben usw. Ich war sehr verunsichert. Hab dann zwar zu Selbsthilfegruppen Kontakt aufgenommen, jedoch als mein Kind in die Schule kam, war es noch
nicht möglich und ich war auch noch nicht so weit, das einfach durchzukämpfen. Er ging also in eine allgemeine Sonderschule mit einer S-Klasse. S-Klasse heißt, Schwerstbehindertenklasse. Er hat eine so genannte geistige Behinderung und wurde in die S-Klasse eingeschult. Bekam einen so genannten S- Lehrplan, das ist ein eigener Lehrplan für schwerstbehinderte Kinder. Was mir damals sehr wichtig war, dass er zumindest
teilweise mit so genannten nicht behinderten Kindern zusammen kam. Ich führte ihn also tagtäglich 30km in eine Schule, wo es einen integrativen Hort gab. - Tat ihm sehr gut, da er zumindest am Nachmittag dann die Möglichkeit hatte, von den nicht behinderten Kinder einfach Dinge abzuschauen, die Kinder mit Behinderung untereinander nie lernen können. Das sag ich jetzt so als Mutter. Als mein jüngerer Sohn in die Schule kam, das war 1995, gab's bereits die Möglichkeit der Integration aufgrund des Gesetzes. Allerdings mussten wir Eltern uns auch zusammensetzen vorher, ein halbes Jahr vorher, hatten sogar einen Verein gegründet, weil es einfach nicht selbstverständlich war, dass ich jetzt
hingeh zum Bezirksschulinspektor und sage, ich möchte mein Kind integrativ beschulen, weil einfach auch von der Direktion her nicht wirklich eine positive Einstellung war. Durch den Bezirksschulinspektor, der damals sehr positiv eingestellt war, wurde auch in der Direktion dann weitergeleitet, dass es eine Integrationsklasse geben wird. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass ich allein als Mutter niemals die Chance gehabt hätte, dass mein Kind damals integriert werden würde.

Walter Lindner (Moderator):
Herr Professor Schönwiese, gibt's eigentlich ein Ost-West-Gefälle in integrativer Beschulung oder ist das in Österreich so ziemlich gleich?

Volker Schönwiese:
Kann man nicht so deutlich sagen. Es ist nach Bundesländern verschieden, nach Regionen sehr verschieden. Spitzenreiter ist im Moment sicher die Steiermark. Damit kann man auch sehen, dass es sicher nicht um irgend ein politisches Rot/Grün/Schwarz/Blau oder was weiß ich Spielchen geht. Es geht sehr quer durch. Ich möchte noch mal zur Frage zurückkommen, ob die Integration wohl auch funktioniert. Diese Frage ist insofern typisch, als auch niemand fragt, ob die Sonderschule funktioniert und woran liegt' s, dass Unterricht funktioniert oder nicht funktioniert? Ich denke bei der Integration kann man sagen, sie funktioniert dann gut, wenn die Lehrpersonen gut kooperieren. Es hängt nicht so sehr davon ab von der
Schwere der Behinderung, von der Art der Behinderung. Die Aufzählung der Sonderschulsparten war ja schon auch bezeichnend für dieses Homogenisierungsprinzip, wie es so schön heißt, immer gleiches zu gleichem. Das ist ein Schulsystem, das in der Integration versucht wird zu ändern, dass die Unterschiedlichkeiten der Kinder produktiv werden, wie die Frau Gaby Markovic das ja auch schon kurz erzählt hat. Bedauerlich muss sie 30km hinfahren - unmöglich von der Integration her. Es müssen doch die
Kinder am Ort, im Dorf, im Stadtviertel, wie auch immer sein. Die Kooperation der Lehrer ist wichtiger als die Art der Behinderung der Kinder, dass Integration funktioniert. Und in der Sonderschule da wird vielfach von vornherein angenommen, dass es dort funktioniert. Nur dort ist der Blick viel versteckter. Wir wissen nicht, was in den Sonderschulen tatsächlich der Alltag ist. In der Integrationsklasse ist es mehr oder weniger schulöffentlich. Da wird viel sichtbarer gezeigt, wie es funktioniert und wo es auch nicht funktioniert, wo es scheitert, wo es auch Schwierigkeiten gibt. Das, was in der Sonderschule funktioniert
oder scheitert, entzieht sich dem Blick der Öffentlichkeit. Wenn wir davon ausgehen, dort, wo der Unterricht konkret ist, gelingt er oder scheitert er, dann ließe sich auf der konkreten Ebene auch anders diskutieren. Unter welchen Bedingungen scheitert er unter Umständen weniger. Solange die Sonderschule ein Mythos ist, dass er dort auf jeden Fall gelingt, dann wird die Diskussion zwischen den Vertreter auch nicht möglich sein.

Gaby Markovic:
Darf ich ganz kurz dazu was sagen? Ich hab das eben erlebt mit meinem zweiten Sohn. Ich bin nach wie vor der Meinung, obwohl jetzt mein zweiter Sohn ebenfalls in der Sonderschule ist, dass aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen einfach die Integration gescheitert ist. In der Volksschule war es so, es hat einfach alles gepasst unter Anführungszeichen. Es waren bereits zwei Lehrer im Frühjahr vorhanden, bevor im September die Schule begonnen hatte. Es war eine ausgebildete Schwerstbehindertensonderschullehrerin in der Klasse. Es war eine Volksschullehrerin vorhanden, die sich mit behinderten Kindern bereits auseinandergesetzt hatte. Wir hatten mit ihr ein Gespräch vor Beginn der Schule, also wir als Eltern. Es war einfach von der Direktion her eine positive Einstellung vorhanden.
Das heißt, die Direktorin schaute dann, dass die Klassenzusammensetzung einfach passte für zwei Kinder mit einem S-Lehrplan. Das heißt, dass nicht zusätzlich verhaltensauffällige Kinder in die Klasse kamen, sondern einfach schon Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, aber auch Kinder, die einfach überintelligent waren. Das heißt, die auch die Klasse tragen konnten. Es hat einfach gepasst von den Rahmenbedingungen her, dass leider Gottes dann in der Hauptschule einfach nicht mehr passte und aufgrund
dessen einfach die Integration gescheitert ist.

Walter Lindner (Moderator):
Herr Doktor Volker Schönwiese hat angesprochen, dass die Sonderschule, dass man nicht sieht, ob sie funktioniert. Darf ich jetzt provokant die Frau Professor Susanne Alteneder fragen: Funktioniert die Sonderschule?

Susanne Alteneder:
Die Sonderschule funktioniert genauso gut oder schlecht wie alle anderen Schulen. Und ich denke schon, dass wir in der Sonderschule von dieser starren Pädagogik weg sind. Dass wir ein viel flexibleres System jetzt haben und ich kann wiederum nur für die Menschen mit Blindheit und hochgradiger Sehbehinderung sprechen. Ich möchte es nicht verallgemeinern. Bei uns hat sich das System eingeführt, dass Kinder teilweise von uns begleitet werden. Das heißt jetzt nicht, dass ein Kind bei uns vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung in der Sonderschule seine Ausbildung durchläuft.

Walter Lindner (Moderator):
Das gibt es aber auch noch, dass ein Kind von Kindergarten bis zur Schule die Sondereinrichtung durchläuft. Gibt es das nicht mehr in dem Sinn?

Susanne Alteneder:

Jetzt komme ich kurz ins Stocken. Mir fällt jetzt kein Kind ein, dass vom Kindergarten bis in die Berufsausbildung gegangen ist. Viele Kinder gehen in integrative Kindergärten, kommen dann zu uns, verlassen uns nach der Volksschule, gehen ins Gymnasium, oder wir haben z.B. zur Zeit den anderen Weg: 4 Jahre Volksschule integrativ betreut, Durchlaufen der Hauptschule, bei uns weiterführend Integration in ein Gymnasium. Und diese Eltern haben sich einfach für die 4 Jahre Hauptschule bei uns entschieden, weil wir sicherlich in den technischen Hilfsmitteln, im Umgang mit dem Computer, in der Hinführung der
Perfektionierung der Braille-Techniken Experten am Hause haben und in der Kleingruppe mit den Kindern das teilweise besser machen können.

Walter Lindner (Moderator):
Für unsere Hörerinnen und Hörer, die Braille-Technik, das ist also die Schrift der Blinden, die vom Franzosen Louis Braille entdeckt oder erfunden wurde und man kann also mit den Fingern das lesen, was am Bildschirm für die Augen zu sehen ist.
Bevor wir nun die erste E-Mail, die hereingekommen ist, verlesen lassen, wollen wir wieder ein paar Takte Musik hören.

MUSIK

Moderator
Walter Lindner:
sie hören Freak Radio auf Mittelwelle 1476 KHz. Sie können uns übrigens auch im Internet Live hören unter 1476.orf/live-stream. Wir haben auch schon eine Mail bekommen und zwar ist diese Mail aus Köln zu uns geflattert und Kollegin Katharina Zabransky wird sie zu Gehör bringen.


Katharina Zabransky:
Frau Andrea Eberl schreibt: Ich war selbst Schülerin am Bundesblindenerziehungsinstitut Wien. Wir haben eine hervorragende Pflichtschulbildung genossen, doch die Wahl der Berufsmöglichkeiten, die man dort hat, erscheint mir nach wie vor zu wenig individuell gestaltbar. Dazu kommt, dass man als blindes Kind viel zu früh aus seinem familiären Umfeld gerissen wird. Und wenn man dann aus dem Internat entlassen
wird, wird man schockartig darauf gestoßen, dass man täglich auf sein Handicap angesprochen wird. Man wird oft nicht als Person, sondern lediglich als Blinder wahrgenommen und nach blindenbezogenen Gegebenheiten befragt. Man hat als Mensch mit Handicap nie seine Ruhe und muss immer damit rechnen, immer damit rechnen, auf dem Präsentierteller zu legen. Welche Möglichkeiten sehen die Diskussionspartner, damit blinde Schüler mit der gleichen Pflichtschulbildung integriert aufwachsen
können, um ihnen den frühen Familienentzug zu ersparen und ihnen einen fließenden Übergang ins reale Leben zu ermöglichen?


Moderator
Walter Lindner:
Frau Prof. Alteneder, ich glaub, Sie sind da fast angesprochen.


Susanne Alteneder:
Liebe Andrea, wir wollten eigentlich die Diskussion nach der heutigen Radiosendung führen, ich freu mich aber trotzdem, dass du so Anteil daran nimmst und die Mail an die Redaktion geschickt hast. Andrea Eberl betont, dass sie eine sehr gute Pflichtschulzeit bei uns genießen durfte, war aber sicherlich vom Internatsleben nicht begeistert. Andrea Eberl war eine Schülerin, die vor - ich denke, dass sie jetzt vor ca. 20 bis 25 Jahren ausgetreten ist - und es hat sich in dieser Zeit enorm viel getan. Pädagogik entwickelt
sich ununterbrochen weiter, Pädagogik, genau so wie Internatspädagogik. Und durch die Einführung der Gegenstände Orientierungs- und Mobilitätstraining, lebenspraktische Fertigkeiten, Low Vision, ist sicherlich auch das Selbstwertgefühl des Menschen gestärkt und man geht mit viel höherer persönlicher Kompetenz ins Leben. Der Umgang mit dem Handicap ist sicherlich auch jetzt in die Berufsausbildung
eingeflossen. Es stimmt schon, es sind die Blindenberufe, die man bei uns an der Blindenschule erlernen kann, eingeschränkt, ich denke aber, dass eine solide Pflichtschulbasis Fundament für eine selbst eingeschlagene weitere Berufsausbildung ist. Wir arbeiten sehr gut auch mit der Maturaschule Roland zusammen, die im Moment zwei Schulabgänger von uns auf die Matura vorbereitet, die ziemlich erfolgreich dort ihre höhere Bildung machen. Wir haben an der Schule kein Gymnasium, Gott sei Dank, es
wären viel zu wenig Schüler. Berufe selbst zu finden, sich weiter zu entwickeln, das finde ich einfach wichtig. Eine solide Basis beeinflusst sicher dann ein verstärktes Selbstbewusstsein, um selbst dann noch nach weiteren individuell ausgesuchten Berufsausbildungen zu suchen.


Moderator
Walter Lindner:
Herr Prof. Schönwiese, sehen Sie das auch so wie unsere Mailschreiberin die Situation betrachtet?


Volker Schönwiese:
Ich glaube, sie hat ganz was wichtiges gesagt, was die Frau Direktor, wo sie durchaus richtig diese Dinge auch sagt, aber nicht erwähnt, dass das Selbstbewusstsein von behinderten Kindern sehr stark davon auch lebt, Gelegenheit gehabt zu haben mit nicht behinderten, mit so genannten nicht behinderten Kindern sich auch auseinandersetzen zu können, im Guten und im Schlechten, auch zu lernen, damit Aktivstrategien zu verbinden, was eine der schon wichtigen sozialen Voraussetzungen ist, sich auch am Berufsmarkt und wo auch immer, im Alltag sich bewegt, entsprechend zu bewegen. Das ist ja keinesfalls
nur ein Problem der blinden Personen, das ist ja auch für die lernbehinderten Kinder vielfach auch so, die oft aus Klassen herauskommen, weil die Gruppe der Lernbehinderte ist ja die allergrößte in Österreich. Muss man ja auch so sehen: Zwei Drittel der Kinder, die in Sonderschulen sind, sind lernbehinderte Kinder. Die kommen aus Regelklassen heraus, wo sie extreme Schwierigkeiten gehabt haben, kommen in Sonderschulen, haben eine große Entlastung, haben eine großer Erleichterung, fühlen sich entlastet, aber
auf längere Sicht wendet es sich ins Gegenteil wieder, weil sie im Grund genommen in diesem Raum der Sonderschule es diese Reibungsflächen verlieren, mit dieser teilweise auch harten, nicht behinderten Welt, in der man aber auch sehr wohl Freunde finden kann und sich auch selbst auch schützen kann, abgesehen
von dem, dass die Sonderschule für sich natürlich auch hierarchisch ist, es gibt auch dort die Guten und die Schlechten, man kann also durch die Sonderschule die Hierarchie als solches nicht abschaffen also ich denke, auf dieser Ebene der Didaktik, wie auch die Direktorin gesagt hat, ist es auch sehr interessant und spannend zwischen Vertretern von Sondereinrichtungen und der Integration zu diskutieren, dort wo es aber darum geht: Sind die nicht blinden Kinder vorhanden oder nicht, da hört sich irgendwo die Diskussion auf,
dort ist es eine Art Entscheidung. Ich seh die Frau Direktor in einer pragmatischen Haltung, dass sie sagt, es gibt Integration, es gibt die Sonderschule, die Eltern sollen entscheiden und damit hat sich die Geschichte, ich selbst entscheide mich eigentlich nicht. Die Politik entscheidet sich schon, würde ich sagen. Wie kann ich mir das sonst erklären, dass die Sonderschule in den letzten zehn Jahren ihre Schülerzahl vermehrt hat und darüber hinaus noch eine Menge Sonder/Regelschulkinder aufgenommen haben, also Geld vorhanden ist für eine Verdoppelung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit bestimmten Unterstützungen, um was geht es da eigentlich? Ich würde provokant sagen: Es geht um die
Rettung der Sonderschule, die sehr, sehr effizient Lobbying betrieben hat ,trotz des Rechtes der Eltern, Bedingungen geschaffen worden sind, dass die Sonderschulen wohl auch möglichst immer voll sind und da war auch dann der Zusatz, dass man noch andere Kinder, wo die Eltern nicht Ruh geben, halt auch integriert, durchaus auch recht. Teilweise sind die Kinder ja auch in einer Art Verschubbahnhof unterwegs, wo werden sie gebraucht vom System Schule, um Klassen zu retten oder auch nicht, vor allem lernbehinderte Kinder sind ja da in sehr großer Gefahr. Also nochmals zu sagen: Ich denk, dort, wo es sehr konkret wird, wie beraten wir Eltern, wie machen wir Didaktik, da  geht auch vieles an
Zusammenarbeit und auch Diskussion, die sehr produktiv ist. Dort, wo es um diese Systemeffekte geht, da hört sich's für mich auf. Ein Beispiel: Zum Beispiel, warum sind in Österreich 8500 Buben in den Sonderschulen und 4800 Mädchen? Ganz im Gegensatz zu den Regelschulen. Was ist denn da für ein Prozess? Das kann mir doch jetzt niemand mehr erklären mit dem, daß die Sonderschulen besser sind für Buben und schlechter für Mädchen sind. Also hier sind viele Effekte unter der hand, die wirken, die auf einer anderen Ebene entschieden werden müssten und auf einer anderen Eben durchgesetzt werden
müssten, sonst, wenn wir auf einer mittleren, unteren ebene diskutieren, dann können wir uns auch schön einigen oder streiten, aber es bleibt letzten Endes Viel offen. Also, was ich schon vor allem einfordere, zu einer rationalen Entscheidung zu kommen, welches System man denn eigentlich will. Systeme einfach nur zu verdoppeln, das ist die schlechteste Lösung, die man sich überhaupt noch vorstellen kann. Und jetzt, nach zehn Jahre Integration in Österreich, muss man feststellen: Es ist gut, dass es <die Integration gibt,
aber insgesamt hat man den schlechtesten Weg gewählt.


Gaby Markovic:
Darf ich ganz kurz was sagen, und zwar, was ich so kontraproduktiv gefunden habe, waren die sonderpädagogischen Zentren, wo ja die Direktorin zum Beispiel eben Leiterin der Sonderschule ist und gleichzeitig Leiterin des sonderpädagogischen Zentrums - und sollte auch für die Integration die Eltern beraten. Ich denke mir: Eine Person kann nicht gleichzeitig für die Integration und für ihre eigene Sonderschule sein. Ich möchte jetzt niemanden beschuldigen, aber es ist sicherlich schwierig zu entscheiden: Soll ich jetzt für meine Sonderschule sprechen, wo ich toll finde, wie bei uns unterrichtet wird oder soll ich jetzt die Eltern für die Integration beraten?


Volker Schönwiese:
Das war ja damals, wie die Integration im Parlament beschlossen worden ist, ich glaub 94. In den letzten Tagen vor Gesetzwerden ist ja noch im Parlament das Gesetz geändert worden, dass die, nur die Sonderschulen die sonderpädagogischen Zentren sein können. Dort hat sich, ich kann es auch klar sagen, die Heilpädagogische Gesellschaft auch durchgesetzt über ihre Politischen Kanäle und es kann nur darum gegangen sein, die Sonderschulen zu retten und den Sonderschulen auch einen Steuerungsmechanismus für die Integration in die Hand zu geben. Also das ist nicht einfach zufällig passiert, obwohl die Koalition
obwohl die Koalition es damals schon etwas anders ausgehandelt hat sondern ist –

in den letzten Tagen noch hineingebracht worden von entsprechenden Abgeordneten. Es hat geheißen, entweder das Parlament beschließt dieses Gesetz jetzt in die Richtung , die Sie jett genannt haben, oder es kommt gar nicht zustande.

Das ist einfach handfeste Politik und von dieser Politik her hat sich auch das System her entwickelt.

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Walter Lindner (Moderation):
Frau Professor Alteneder , Sie sind zwar nicht Vertreterin der Schulbehörde, aber ich denke, Sie würden zu diesen Statements sicher gerne einiges sagen,oder?

Susanne Alteneder:

Ich tue mir relativ schwer, wie ich schon anfangs gesagt habe, ich bin von einer Spezialeinrichtung für Menschen mit Sehschädigung. Und wir sind auch kein sonderpädagogisches Zentrum. - Wir sind nach wie vor Schule mit der Abteilung ehrmittelzentrale. Bei uns läuft die Beratung auch nicht über mich, sondern fängt bei einem Kind schon hei den verschiedensten Frühförderinnen an. Hängt auch von den Bedingungen ab, die ein Kind in der Integrationsschule haben würde... Also, ich lege Wert darauf, dass die Eltern sich viele Schulen anschauen, und auch dort mit den LehrerInnen und DirektorInnen sprechen. Und so, wie die Frau Markovic gesagt hat, einideales System, wenn man schon weiß     in welche Klasse ein Kind hineinkommt. - das ist für mich ach das Ideale in einer Integrationsklasse, wo sich der Lehrer mit dem Integrationslehrer vorbereiten kann. Ich habe selbst eine Kollegin, die von uns in einer Integrationsklasse im 23. Bezirk    die ist in unserem Lehrerstand. Und die ist eben jetzt für 4 Jahre für dieses eine blinde Kind  abgestellt für die Integrationsklasse. Sie hat neben diesem blinden Kind noch 2 ASO- Kinder mit dabei.

Also , es ist schon richtig, Beratung soll man sich nicht nur von einer Stelle holen

Gaby Markovic:

Was mir als Mutter eigentlich immer so gefehlt hat, war eigentlich die Unterstützung

Der Leiterin des Sonderpädagogischen Zentrums. Sie hat sich nicht gegen die Integration gestellt, aber ich hatte auch  nicht das Gefühl , dass sie die Integration, also auch entsprechend in der Hauptschule jetzt speziell unterstützt hat.

In der Volksschule ists einfach gut gelaufen, weil einfach die Lehrer gepasst haben. In der Hauptschule hat einfach überhaupt nichts gepasst von den Rahmenbedingungen he, und eigentlich hab ich selbst als Mutter damals auch als Klassenvertreterin eigentlich die Elternabende einberufen, hatte dann auch sogar eine Psychologin zu meiner Hilfe geholt, die sich st den Lehrern , die mein Kind dann unterrichtet haben zusammengesetzt haben. Aber eigentlich hatte ich nie wirklich Unterstützung von der SPZ- Leiterin, also Leiterin vom Sonderpädagogischen Zentrum. Das hat mir schon ein bissl gefehlt. Es wurde zwar immer gesagt, die Lehrer von der Hauptschule müssen sich im SPZ Ratschläge holen und sollten hin  Kommen, das hat irgendwie auch  nicht funktioniert. Also, ich hab so irgendwie das Gefühl gehabt, es war kein Miteinander. Es war einfach ein Gehen, aber kein Miteinandergehen..  kann net funktionieren, speziell bei mental behinderten Kindern, so ich sags einfach so.- Man sagt jetzt Lernbehinderung .- Also mein Kind hat eine  geistige Behinderung . Und ich denk mir gerade bei geistig behinderten ist jetzt nie das Lernen – also es war nie für mich und auch mein Kind nie das Leistungsdenken an erster Stelle, sondern die soziale Integration Und das hätte funktionieren könne. Also 9ch merke es auch, ich bin von einem kleinen Ort, meine Kinder kennt jeder im Ort . Und es ist ganz, ganz wicht9g, dass die Kinderzimmer vorhanden sind.- Dass sie weggehen, dass sie Leuten begegnen. Angefangen vom Spiellatz, das ist natürlich jetzt in dem Alter nicht mehr möglich, sie wollen´s auch nicht mehr. Aber einfach, dass sie vorhanden sind in dem Wohnort, wo sie wohnen. Es war im Wohnort bei mir selbst auch nicht möglich, dass sie zur Schule gehen,- die war dann 9 km weiter, die Integrationsklasse. Das war o.k. Aber sie sollen eigentlich- behinderte Menschen , im Wohnort immer präsent sein. Die Gesellschaft kann nur davon lernen, mit behinderten Menschen umzugehen, wenn sie da sind. Nicht, wenn sie irgendwo weggesperrt , eingesperrt will ich nicht sagen, einfach nicht da sind.

Walter Lindner (Moderation):

Frau Gebhardt, sie sehen das von 2 Seiten.-

Sie waren Lehrkraft und sind jetzt bei Integration Österreich tätig .Wie ist da Ihre Blickrichtung, wie sehen Sie das?

Irene Gebhardt:

Ich kann das nur unterstreichen, was Frau Markoviv eben gesagt hat. Im Prinzip sollte  das Recht auf Integration, oder besser auf Inklusion von beiden Seiten geben. Von Seiten der nicht behinderten Schülerinnen, wie von Seiten der nicht behinderten Schülerinnen. Ich hab das selbst erlebt, wie die Kinder voneinander lernen, und zwar ganz wesentlich voneinander lernen.

Man kann nicht erwarten, dass die Gesellschaft  später integriert, wenn davor die Kinder nur in gesonderten Systemen aufwachsen. Wenn man nicht lernen kann, wie Rahmenbedingungen ausschauen müssen, für einen Menschen mit Behinderung. Wenn ein Mensch mit Behinderung nicht lernen kann, mit Normalität umzugehen, und das kann man nicht vom Lehrbuch aus lernen, das kann man nur im täglichen Umgang miteinander lernen. Das ist Arbeit, für alle Seiten, da braucht es auch bestimmt gute Beratung und Unterstützung dazu. Da geb ich auch Frau Markovic ganz recht : es ist auch das Problem der sondepädagogischen Z4ntren, dass die Leiterinnender sonderpädagogischen Zentren in den seltensten Fällen in Integrationsklassen gestanden sind, selbst über keinerlei Erfahrung verfügen, was es heißt, integrativ zu unterrichten. Man kann nicht Regelschul- und Sonderschulpädagogik einfach nehmen und eine Addition im besten Fall durchführen. Das ist einfach eine Verschmelzung, das ist einfach ´was Neues, das is´einfach was, was durch das Miteinander lebt, und von Individualisierung lebt. Alle sollen zum gleichen Gegenstand arbeiten. Jeder kann sich auf seine Weise einbringen, wenn der Unterricht dementsprechend gestaltet wird

Walter Lindner (Moderation):

Frau Prof. Alteneder, Sie wollten zu Frau Markovics Stellungnahmen noch einiges sagen?

Susanne Alteneder:

Ich wollte zuerst nur sagen, - wiederum ein Beispiel aus meiner Praxis. Es steht und fällt mit den Lehrerinnen, mit der Klasse, mit dem Unterrichtsaufbau   on Integration klappt oder nicht. Wir haben in den vergangenen Jahren einige Schüler in Gymnasien begleitet, mit Stützlehrerstunden. - Und die Schule ist auch, die Auswahl der Schule ist auch ein wichtiger Faktor. - Wie Frau Markovic gesagt  hat, das Kind war ein paar Kilometer weiter weg, im eigenen Ort hat sie die richtige Schule nicht gefunden. So sehen wir unsere Zusammenarbeit mit diesen Schulen . Wir kennen einige Schulen, an denen Sehgeschädigte integriert beschult sind, wir hab im vergangenen Jahr eine Schülerin nach 12jähriger Begleitung, -wir haben mit ihr maturiert. - Also ich denke schon, dass es auch eine wichtige Aufgabe ist, mit den Schulen zu kooperieren, dass die Lehrer die gute Einstellung zur Integration haben. Nur durch diese Einstellung ist die Integration auch wirklich gut. Was ich wirklich verhindern möchte, oder was weh tut, wenn man sieht- und so ist es auch gewesen, dass manche Schülerinnen und Schüler absolut nur lernmässig integriert waren, aber sozial nicht.

Wir haben an unsere Schule auch ein Schwimmbad angeschlossen, in das Bundesschulen zum Schwimmunterricht kommen. Und wenn bei der Strassenbahnhaltestelle die Klasse in einem Rudel beisammensteht, und der Mensch mit dem besonderen Bedürfnis 3 Meter daneben, dann ist das für mich eine fehlgeschlagene soziale Integration. - Und da muss etwas geschehen.

Walter Lindner (Moderation):

Wir wollen jetzt, bevor wir die Diskussion weiter führen , wieder ein paar Takte Musik hören.

MUSIK
 
Walter Lindner (Moderation):
Von der Märchenwelt des Peter Illitsch Tschaikowsky machen wir jetzt einen Sprung mit einem Trailer in die Gegenwart.
Diskussion gehört gelesen - Radio mit Untertiteln wird gemeinsam von Freak Radio, dem ORF Radio 1476 und der Selbstbestimmt Leben Initiative Wien im Rahmen des Equal-Projektes QSI - Qualitätssicherung in der Integrationsarbeit - gestaltet. Als barrierefreies Medium zu hören unter <http://1476.orf.at> und zu lesen unter www.qsi.at/diskussion <http://www.qsi.at/diskussion>. Zur Wiederholung <http://1476.orf.at> und unter www.qsi.at/diskussion <http://www.qsi.at/diskussion>.


Walter Lindner (Moderation): Wir fahren nun fort mit unserer Diskussion und Frau Markovic
wollte noch einiges zu Integration sagen, bzw. zu gemeinsamen Schulprojekten?

Gaby Markovic: Ja, mir ist nur wichtig zu unterscheiden zwischen Kooperation und
Integration. Ich habe wie gesagt beides mitgemacht, mit meinen beiden Kindern, für mich ist
Kooperation wohl ein kleiner Schritt, aber noch lange nicht Integration. Wenn 2 Klassen mit
einander kooperieren ist das so quasi ein abtasten, aber noch kein wirkliches miteinander.
Integration ist für mich, wenn ein behindertes Kind den ganzen Tag oder den ganzen
Vormittag mit in der Klasse ist, einfach mit macht in der Klasse, das ist für mich soziale
Integration.

Walter Lindner (Moderation): Kann aber die Kooperation die Integration nicht fördern?

Gaby Markovic: Könnte sein, muss aber nicht sein. Ich denk mir einfach, dass die Wege zu
weit auseinander sind. Es muss ein Lehrerteam miteinander können, bei Kooperation ist es
meistens nicht möglich, sich abzusprechen, genau vorher festzulegen, was jetzt passiert in
der Zeit. Meistens ist auch Kooperation so, dass es nur stundenweise ist, vielleicht ein Mal
in der Woche und das ersetzt einfach nicht die Integration.

Susanne Alteneder:
Darf ich vielleicht dazu noch etwas ergänzen, Untersuchungen haben
gezeigt, über die Schulversuchsphase hinausgehend, dass der kooperative Weg der
schlechteste von Integrationsmöglichkeiten ist. Dass da am wenigsten Integration passiert.

Walter Lindner (Moderation): Herr Professor Schönwiese, wie sehen Sie die Situation? Ist
Kooperation nur ein ganz schlechter Weg eventuell Integration aufzubauen oder ist es einmal ein Ansatz?

Volker Schönwiese: Also die Studie von Specht von 93, die zitiert worden ist, hat
schon gezeigt, dass Kooperation von den Lehrern selbst als die schlechteste Möglichkeit
interpretiert worden ist. In der Praxis kenn ich Beispiele, wenn Kooperation eingeführt
worden ist, dass sie sehr schnell in die eine oder andere Richtung gekippt ist. Entweder die
beiden Klassen haben tatsächlich Integrationsklassen gemacht, sie haben sich informell zu
einer Integrationsklasse zusammengeschlossen und haben dann die beiden Räume auch für
unterschiedliche Zwecke benutzt, man kann ja auch Gruppen die sehr gemischt sind in
anderen Räumen einmal arbeiten lassen, es kann auch eine schöne Ressource sein, 2
Räume zu haben. Also die eigentlich das integrativ genutzt haben und andere, die eigentlich
streng getrennt haben und eigentlich nicht von Sonderschulklassen zu unterscheiden waren.
Wenn man´s sich auch international anschaut, Kooperationsklassen sind immer politisch
eingeführt worden und immer mit politischen Regulationen entsprechend ausgestattet
worden, damit sie überhaupt funktionieren. Also Kooperationsklassen sind kein Einstieg für
die Entwicklung sondern die lösen einen Kippeffekt aus, außer sie werden von oben
durchgesetzt.

Walter Lindner (Moderation): Frau Professor Alteneder, sehen Sie das auch so?

Susanne Alteneder:
Ja, ich sehe das auch so, auch wir hatten eine Kooperation mit einer
Klasse der Volksschule Wittelsbachstraße und für mich war es so, dass das immer eine
Besonderheit bedeutete. Es war etwas Besonderes für die sehenden Schüler und auch für die sehgeschädigten Schüler und es war sicherlich vor vielen, vielen Jahren ein Versuch.
Aber ich denke, dass alle Besonderheiten nicht sein sollen und nicht zielführend sind.
Walter Lindner (Moderator):
Da wir nun langsam aber sicher in die Zielgerade einbiegen, stellt sich natürlich die Frage, wollen fremdbestimmte Institutionen und nicht fremdbestimmende Institutionen von einander überhaupt lernen? Und wenn, wie können Sie das, Herr Volker Schönwiese?

Volker Schönwiese:
Naja, wie ich vorher schon gesagt habe, sie können auf einer konkreten Ebene der Lehrpersonen voneinander lernen, wenn es um Didaktik geht. In manchen Sonderschulen wird ja schon sehr viel Reformpädagogik betrieben, in deren Sonderschulklassen geht's eigentlich nur von gleichen weniger langsam und es ist auch keine Didaktik, von der man was lernen kann. Aber sicher, da und dort gibt es sehr nützliche Versuche, wo man voneinander lernen kann. Ansonsten glaube ich eigentlich nicht, dass
man voneinander lernen kann, sondern dass man eher kooperieren müsste und diese Verdoppelung des Systems bei uns aufzuheben, das ich überhaupt nicht kapier, warum unser schönes Integrationsgesetz im Grund um auch ein Sonderschulsicherungsgesetz geworden ist und dass jetzt im Vergleich zu 1994, wo 11.000 Schüler in Sonderschulen waren, jetzt 13.000 Schüler in Sonderschulen sind. Warum 2000 mehr?
Also da braucht' s einfach was anderes. Im Grund genommen gibt's viele Beispiele, wo
Sonderschuldirektoren selbst daran gearbeitet haben, diesen Übergang Richtung Integration zu schaffen. Ich weiß in der Südsteiermark sehr konkret so ein Beispiel, ich weiß in Tirol so ein Beispiel, wo auch  dann die Sonderschuldirektoren selbst sich als entsprechende kompetente Personen für die Integrationsbegleitung erwiesen haben. Sofern sie nicht irgendwelche Standesinteressen vertreten und Sicherungspolitik im Rahmen der Sonderschulen machen.

-                     Also es gibt schon Möglichkeiten der Kooperation, aber es braucht auch eine politische Vorgabe, in welche Richtung das geht und die politische Vorgabe wird sehr stark von den Elterninitiativen auch, wollt ich sagen, fast getrieben werden müssen, weiterhin, wobei die Bedingungen jetzt im Allgemeinen schlecht sind. Wobei ich insgesamt – sie sind deswegen schlecht, weil die Schulentwicklung insgesamt in eine schwierige Richtung läuft. Wie sie ja wissen, gibt es eine größere Anzahl von problematischen Entwicklungen, größere Schülerzahlen werden
angestrebt, sehr stark über die Autonomie im Grunde genommen einen Selektionsprozess in die Schule hineinzubringen, auch teilweise die Mängelverwaltung wird in die Schule selbst verlegt, externe Evaluation wird gemacht, die sehr stark auf standardisiertes Wissen festgelegt ist. Im Grunde genommen wird rundum soziales Lernen immer mehr nachgereiht. Es gibt internationale Tendenzen, die Schul- und Bildungssysteme zu privatisieren, und diese ganzen Dinge laufen auch. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine große
internationale Tendenz in Richtung Integration. Sie wissen ja die Salamanca-Erklärung von der UNESCO von allen Ländern der Welt abgesegnet. Nur der deutschsprachige Raum war ziemlich dagegen. Da gibt's auch eine Gegenentwicklung. Es ist ein sehr zwiespältiger Entwicklungsprozess, der nebeneinander,
teilweise auch gegeneinander läuft und ich denke die Personen, die stark auch an der
Persönlichkeitsentwicklung der Kinder orientiert sind, und die auch begreifen, dass es dazu ein bestimmtes Setting braucht, die können nur für Integration sein und auch daran arbeiten und da arbeiten ja auch viele Sonderschullehrer dazu. Die Wissenschaft weiß das schon lange, dass es so ist. Wer es hören will, dem könnte ich es einmal extra erzählen, wie die Wissenschaft das einfach schon lange entsprechend formuliert
hat, aber in der Praxis schaut vieles noch anders aus und vor allem in der politischen Praxis schaut vieles noch anders aus.
Walter Lindner (Moderator):
Frau Gebhardt, wie kann denn ein gemeinsames System entwickelt werden?

Irene Gebhardt:
Ja, wir bräuchten eigentlich den Schritt zur inklusiven Bildung. Das ist eine politische Entscheidung, wie es vorher schon erwähnt worden ist. Inklusive Bildung heißt, die Schüler gehen dort zur Schule, wo sie zuhause sind, wo sie ihre Begabungen, ihre Neigungen haben und bekommen die Unterstützung, die sie brauchen.
Damit wäre allen Schüler gedient, weil dann für alle Schüler bessere Rahmenbedingungen gewährleistet sein müssten und die Schüler ganz selbstverständlich voneinander lernen könnten. Und so insgesamt profitieren könnten.

Gaby Markovic:
Darf ich kurz noch etwas sagen und zwar zu ‑voneinander lernen". Ich habe so miterlebt, dass sehr viele Lehrer aus dem Regelschulwesen sehr wohl von Sonderschullehrern zum Beispiel im Team zu unterrichten lernen könnten, nachdem zum Beispiel jetzt bei meinen Kindern jetzt es immer so war, dass in einer S-Klasse meistens zwei Personen in der Klasse sind, haben es die Sonderschullehrer tagtäglich vor sich im Team zu arbeiten, sich mit einer Kollegin abzusprechen. Das fehlt meistens den Regelschullehrern,
das würde eigentlich sehr wohl was einbringen, wenn Sonderschullehrer in der Regelschule mit einem Kollegen zusammenarbeiten könnten. Ich denk mir, das fehlt bei vielen Schulen. Und, ja, und das Zweite ist an und für sich, denk ich mir, weil oft bei den Sonderschulen gesagt wird, sie werden besser gefördert, also ich hab das jetzt so miterlebt und selbst von einer Lehrerin gehört, dass es sehr wohl nicht mehr so ist, dass in Sonderschulen so viele Gelder vorhanden sind, dass einfach Therapeuten etc. zur Verfügung gestellt werden können, also auch in der Sonderschule wird gespart und das heißt, dass für viele Kinder
die notwendigen Förderungen nicht mehr vorhanden sind.


Moderator
Walter Lindner:
Frau Prof. Alteneder, wie kann ein gemeinsames System entwickelt werden?
Susanne Alteneder:
Ich möchte jetzt anschließen an meine Vorredner, denn für mich sind wichtige Worte gefallen. Die wichtigen Worte waren für mich Persönlichkeitsentwicklung, die etwas ganz Wesentliches ist und die Frau
Markovic hat angesprochen, das Teamteaching der Lehrer und das voneinander lernen der
Sonderschullehrer und der Regelschullehrer vice versa natürlich. Mir liegt am Herzen: eine gute Lehrerausbildung. Offene Lehrer, motivierte Lehrer, Lehrer, die experimentieren, die selbst etwas machen. Die sich Gedanken machen, und die einfach Mut mitbringen.


Moderator
Walter Lindner:
Der Zeiger der Uhr rückt immer näher auf 21 Uhr und daher möchte ich unsere
Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer bitten, das Schluss-Statement zum heutigen Abend abzugeben. Starten wir vielleicht in Innsbruck, Herr Prof. Schönwiese?


Volker Schönwiese:
Ja, vielleicht einen sehr allgemeinen Aspekt, der so unumkehrbar für die Integration spricht: Es gibt in Krisenzeiten immer die Tendenz, sich Personengruppen zu suchen, die man zum Sündenbock macht. Und das merkt man immer wieder, das hat man auch historisch gesehen. Und das Sündenbockphänomen ist eine der schwierigsten Schichten und Spalten zwischen Ausländern und Innländern. Und, wie auch immer,
oder  Behinderte zu lebensunwertem Leben zu erklären oder was auch immer. Und der einzige Schutz dagegen ist eine sehr mühselige und langwierige und ausdauernde Arbeit im sich begegnen und im Dialog zu sehen, und das kann eigentlich nur Integration bedeuten. Wenn wir separierende Systeme aufrecht erhalten, dann ist die Gefahr, dass hier auch Spaltungen vollzogen werden, die dann auch von Demagogen
benutzt werden.


Moderator
Walter Lindner:
Frau Markovic, was sind Ihre Wünsche als Mutter von behinderten Kindern?
Gaby Markovic:
Ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft einfach offener wird, ich möchte nicht sagen, dass sie  nicht offen ist, es hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahren und ich würde mir unter Anderem auch wünschen, dass Eltern einfach unterstützt werden, dass Eltern sich zusammentun, dass Elternabende einfach angenommen werden, einfach Eltern hinkommen, sich miteinander vernetzen, denn nur gemeinsam sind wir
stark und ich denk mir, dahin wird dann die Integration auch auslaufen.


Moderator
Walter Lindner:
Helfen in diesem Zusammenhang auch Selbsthilfegruppen? Soweit ich weiß, haben sie ja eine gegründet?
Gaby Markovic:
Es war eine gewisse Zeit bei mir eine Selbsthilfegruppe, die sich für die schulische Integration eingesetzt hat, hat sich mittlerweile im Sand verlaufen. Allerdings gibt es sehr viele Projekte, hin zur Elternarbeit, wo sich Eltern einfach treffen können. Es gibt auch in den gewissen Ambulatorien Elternrunden, wo die Gruppen leider immer sehr klein sind. Aber ich denke, das ist einfach das wichtigste für Eltern, sich zusammenzusetzen, sich auszutauschen, und gemeinsam einfach Probleme anzugehen. Wenn es nur 2 sind die irgendwo einmal gemeinsam vorsprechen, es tut gut, ohne, dass man irgendwo immer alleine rumstrudelt.

Moderator Walter Lindner:

Frau Professor Alteneder, Ihr Schlussstatement zum heutigen Abend?

Susanne Alteneder:

Auch ich darf mir etwas wünschen. Ich wünsche mir, dass die schulische Wegbegleitung, eine individuelle Entscheidung bleibt. Dass wir gemeinsam – Sondereinrichtung und Integration miteinander witerarbeiten. Ich denke , wir haben alle nur eingemeinsames Ziel: das selbstbesstimmte Leben für jeden Menschen mit einem besonderen Bedürfnis.

Moderator Walter Lindner: Das Schlusswort hat Frau Gebhart.

Irene Gebhardt:

Ich würd´mir wünschen, dass es für Kinder nicht mehr notwendig ist, dass si3e besondert werden, dass sie ausgesondert werden. Ich würd´mir wünschen, dass alle Kinder miteinander lernen können, und voneinander profitieren können.

 Moderator Walter Lindner:

Im Hintergrund ist es schon zu hören: langsam aber sicher neigt sich die Stunde der Diskussion dem Ende entgegen. Ich möchte recht herzlich danken, den Damen und Herren, die an der Diskussion teilgenommen haben, natürlich auch den Techniker, die uns so hervorragend betreut haben. Ich danke auch den Transkriptoren, die diese Diskussion in lesbare Form gebracht haben.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass Sie Freak Radio wieDer am Sonntag und Dientag zwischen 20 und 21.00 h wieder auf MW1476 hören können.

Herzlichen Dank fürs Zuhören   sagt Ihnen Walter Lindner.  -Auf Wiederhören.

 Sie hörten eine Sendung aus der Reihe Diskussion gehört gelesen. Diskussion gehört gelesen ist eine Zusammenarbeit von Freak Radio, ORF Radio 1476 und der Equal Entwicklungspartnerschaft QSI Quality supported skills for integration. QSI wird gefördert aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit.

Danke auch fürs Mitlesen hier im Internet. Das Redaktionsteam.

Auf Wiederhören!
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Sie hörten eine Sendung der Diskussion gehört gelesen. Diskussion gehört gelesen ist
eine Kooperation von Freak Radio, dem ORF und Entwicklungspartnerschaft QSI.
QSI wird gefördert aus dem Mittel des ESF und des BMWA.

Danke für die Mitwirkung und die Teilnahme per Mail an alle im Internet und im Chat
Die Redaktion Diskussion Gehört Gelesen

Herzlichen Dank für Ihr Interesse
Im Namen der Redaktion Diskussion Gehört Gelesen
 

Auch herzlichen Dank unseren technischen Assistenten

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Das Team

bullet Redaktionsleitung:         Bernhard Hruska
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Studio Technik:             Udo Somma

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Moderation:                  Walter Lindner

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Sendeverantwortung:     Katharina Zabransky

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Edv-Technik:                 Michael Pfortner

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Transkription:                Brigitte Achleitner

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                                    Margit Schlesak

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                                    Erich Schmid

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                                    Maximilian Lasser

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Technische und persönliche

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Assistenz:                     Sokol Gashi

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                             Sota Istrefi

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Stand: 16. Dezember 2004.